Exposé

 

Exposé zu
Zarah in der Unterwelt
von Nina Sickinger und Stephan Bissart
Genre: Kinder- und Jugendbuch/Jugendroman
Zielgruppe: Kinder von circa 8 bis 100 Jahren

 

Kurz-Überblick
„Zarah in der Unterwelt“ ist die Geschichte eines 10-jährigen Mädchens, das für drei Tage die Möglichkeit erhält, in der unterirdischen Welt der Trogloxe (kleine Lebewesen) und anderer geheimnisvoller Geschöpfe zu leben. Die Bewohner dort führen ein völlig anderes, tiefgründigeres Leben als die Menschen an der zivilisierten Oberfläche. Ein seelenvolles Miteinander – voller mysteriöser Technologien, Hellsicht und Weisheits-Lektionen. Zeitgleich erleben zwei Troglox-Kinder die normale Welt der Menschen. Der Leser kann durch die Perspektive der Unschuld und des Feingefühls dieser Kinder nachvollziehen, wie verrückt und mitunter „feindlich“ unsere Leistungs- und Konsumorientiertheit ist. Sie sehen unsere Welt mit anderen Augen und verstehen, was im Leben wirklich wichtig ist. Das Thema des Buches dreht sich im Kern um die Entdeckung einer weiseren und weiter entwickelten Kultur mitten „unter uns“. Es beschreibt eine besondere Art des Zusammenlebens in Gemeinschaft und die Beziehung zu geisterhaften Wesen, eingebettet in einer fantasievollen Abenteuer-Geschichte, die deutlich mit der realen Gegenwart verwoben ist und die das Mädchen Zarah erlebt. Zur gleichen Zeit besuchen die andersartigen Trogloxe unsere Welt und entdecken eine Lebensweise, die sie in vielerlei Hinsicht nicht verstehen können. Normales und Alltägliches stellt sich dem Leser dadurch in Frage. Eine faszinierende, teils auch dramatische Geschichte, die nichts mit Heile-Welt-Fantasien zu tun hat, aber einen revolutionären Keim in sich trägt, der gegen Ende der Geschichte aufblüht und in einem zweiten Band dann Früchte trägt. Die enorme Spannung der Handlung kommt ohne „bösen Gegenspieler“ aus, lebt von der Unberechenbarkeit der Situationen und kompletten Wandlung der Geschichte.

Handlung

Der Roman beginnt an einem Ferientag im Wald. Zarah, ein aufgeschlossenes Mädchen, begegnet dort zufällig einem Troglox namens Zonk. Zaghaft kommen sie miteinander ins Gespräch – und das hat Folgen: Die beiden treffen sich von da an mehrere Tage lang. Eine zarte, zunächst heimliche und innige Freundschaft beginnt, obwohl die Trogloxe sich vorher noch nie auf Menschen eingelassen haben. Die Bekanntschaft zwischen diesen ganz unterschiedlichen Akteuren wird das Leben von Zarah grundlegend verändern und ihr eine bis dahin völlig unbekannte Welt eröffnen. Am vierten Tag bringt Zonk sogar seine Kinder Zorin und Emba mit. Die drei ungleichen Kinder verstehen sich auf Anhieb und mit einem Mal entsteht ein kühner Plan: Durch die Kunst eines Traumschleichers, der ebenfalls in der unterirdischen Welt der Gemeinschaft mit Trogloxen und Elfen lebt, können die Kinder jeweils ihre Körpergröße verändern. Zarah könnte als Troglox für drei Tage mit Zonk in die „Unterwelt“ reisen – die Troglox-Kinder (in Menschengröße) zeitgleich Zarahs Zuhause besuchen. Nachdem auch ihre Eltern, Tom und Susanne, in den Plan eingeweiht sind und diesem zustimmen, kommt es in einer Sommernacht zum Tausch: Von diesem Zeitpunkt an beginnt ein aufregendes und verblüffendes Abenteuer für das mutige Mädchen – genau wie für die beiden Geschwister Zorin und Emba.
Zarah taucht ein in eine Welt, die ihr zunächst gänzlich fremd erscheint. Völlig neuartige Technologien, phantastisch ausgestaltete Höhlensysteme (wie zum Beispiel sinnliche, seelische und Erfahrungs-Höhlen), Räume voller Überraschungen, Wunschkugeln, Nec-Sensus-Kapseln, mit denen man reisen kann oder Langsamwasser sind nur einige von den spannenden Dingen, die sie kennenlernt. Aber auch die völlig andersartige, soziale und übersinnliche Lebensweise der großen Gemeinschaft aus Trogloxen, Traumschleichern und Elfen übt eine große Faszination auf Zarah aus. Sie erkennt, dass man auch auf eine andere Art miteinander leben und lernen kann, als sie das aus ihrer Welt gewöhnt ist. Sie entdeckt eine Welt der Telepathie, Hellsicht, des Gemeinschaftslebens, erfährt Kommunikation mit Tieren, Gruppenbewusstsein, eine neue Art des Lernens – nämlich aus Freude und Begeisterung, aber auch von den heimlichen Rollen der Zauberer und Elfen in der Welt der Menschen. Sie unternimmt Reisen an magische Orte mit Zonk, mit einem Traumschleicherkind, findet Freunde und wird von einer liebevollen, weisen Elfe unterrichtet. Dabei erfährt sie auch, dass die Zauberer und Elfen die Möglichkeit haben, in Gestalt von Glühwürmchen und Libellen an die Oberfläche zu kommen und die Menschen zu beobachten. Sie ist mehr als erstaunt zu erfahren, dass diese Wesen versuchen, den Menschen auf diese Weise gute Ideen und Inspiration zu bringen.

Zorin und Emba erfahren zur gleichen Zeit, wie es in der Menschenwelt aussieht. Tom und Susanne zeigen ihnen, wie die Menschen leben. Die Troglox-Kinder sind einerseits angetan von all den Dingen, die es in ihrer eigenen Welt nicht gibt. Ihre unbedarften Reaktionen auf das für uns normale Leben, lässt den Leser unsere Welt, aus einer „unschuldigen“ oder auch „andersartigen und weisen“ Perspektive erfahren. So ist ihnen manches vollkommen neu oder völlig unverständlich. Sie reagieren bestürzt darauf, wie die Menschen mit der Natur, der Umwelt und anderen Dingen umgehen. Darin erkennen sie die große Unterschiedlichkeit der beiden Welten. Sie können den Sinn von Geld, Religion und Gesetzen kaum erkennen. Hier wird den Lesern humorvoll vor Augen geführt, in welch einem fortgeschrittenen Stadium von Regeln, Konzepten und Implikationen wir leben und wie wenig das meiste davon mit der Natur unseres Menschseins zu tun hat. Nach drei Tagen wird der Tausch rückgängig gemacht und alle Kinder kehren nach Hause zurück. Zarah braucht lange, das Erlebte zu verarbeiten und ist bestürzt, dass der Kontakt zu den neuen Freunden zunächst abbricht. Am Ende erfährt die Geschichte einen weiteren Höhepunkt, als Zarah regelmäßig von Libellen und Glühwürmchen aufgesucht und in einen rebellischen Plan verstrickt wird.

 

© Copyright Nina Sickinger und Stephan Bissart 2011-2016

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